Neue Tornados vor Mallorca
Der balearische Zivilschutz schlug gestern erneut Alarm: Gegen Mittag wurden vor der Küste Mallorcas drei Tornados gesichtet, einer vor Palma, zwei vor der von vielen Ausländern bewohnten Südwestküste zwischen Palma und Andratx. Die „Cap de Filbo" genannten Wirbelstürme sind im Herbst regelmäßig im westlichen Mittelmeer zu beobachten. Nach dem schweren Tornado vom 4. Oktober, bei dem 20 Menschen verletzt wurden und ein Schaden von Dutzenden Millionen Euro entstand, ist die Angst vor weiteren scheren Stürmen groß. Der belearische Wetterdienst warnte diesmal vor Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern. Im Hafen von Palma wurde Alarm gegeben.Schwere Regenfälle und anhaltende Gewitter mit Tausenden Blitzen hielten unterdessen die Mallorquiner den gesamten Morgen in Atem. In Teilen der Insel brach der Verkehr zusammen. Zahlreiche Straßen wurden überschwemmt, Keller liefen voll. Feuerwehr und Polizei waren den gesamten Morgen im Einsatz, zahlreiche Haushalte waren ohne Strom. Auf dem Flughafen kam es wegen der heftigen Regenfälle zu zahlreichen Verspätungen. Nach Angaben des Meteorologischen Instituts der Balearen fielen nahe Palma 27 Liter Wasser in nur einer halben Stunde. Noch schlimmer war die Situation auf den Nachbarinseln Ibiza und Formentera. Auf Ibiza fielen örtlich bis zu 107 Liter Regen in einer Stunde pro Quadratmeter.
Der Leiter des Meteorologischen Instituts der Balearen, Augustí Jansà, hält allerdings regelmäßige Tornados von der Stärke wie am 4. Oktober für unwahrscheinlich. „Das war ein sehr sehr seltenes Phänomen." Allerdings müsse man sich insgesamt auf mehr Stürme einstellen. Die wärmeren Sommer sorgten dafür, dass es im Herbst beim Zusammentreffen mit kälteren Luftmassen zu heftigeren Stürmen komme. Die Lufttemperatur in diesem Oktober sei höher als üblich.

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